Ko Tao

Sonntag, 13.11.2011

Nun bin ich seit zwei Wochen in Thailand und fuehle mich komplett entspannt! So viel kann ich gar nicht erzaehlen, da ich die Tage einfach am Strand verbringe, im Meer baden gehe usw. Ko Tao ist eine kleine Insel im Golf von Thailand und ist besonders bei Tauchern sehr beliebt. Ich habe hier auch meinen Tauchschein gemacht und bin total begeistert vom Tauchen! Leider kann ich euch keine Fotos von all den schoenen Fischen zeigen, da meine Kamera das nicht ueberlebt haette. Ich habe die zwei Wochen im schoenen Sueden von Thailand sehr genossen und mich von Indien erholt. Nun geht es in den Norden nach Chiang Mai und ich freu mich auf die Abwechslung.

Ko Lanta - ohne Worte

Sonntag, 06.11.2011

T Hailand

Montag, 31.10.2011

Am Freitag hiess es dann Abschied nehmen von Indien. Ich hatte noch zwei sehr nette Tage in Delhi. Eine Stunde bevor es zum Flughafen gehen sollte sass ich bei Ashu im Friseursalon und sprach mit ihm ueber meinen Flug. Als das ein anderer Inder hoerte fing er sofort an mich zu warnen und riet mir nicht nach Thailand zu fliegen und lieber nach Hause zu fliegen. Das klang, als ob komplett Thailand unter Wasser steht. Ich war echt verwirrt und als ich dann noch Nachricht von zu Hause bekam, dass ich nicht in Bangkok bleiben solle war ich noch verwirrter. Hier in Indien habe ich wohl doch zu wenig mitbekommen und mir war nicht bewusst wie schlimm die Lage in Thailand ist. Ich bin dann aber erstmal von Delhi nach Bangkok geflogen und habe dort den Flughafen nicht verlassen. Ich habe einfach ein weiteres Flugticket nach Krabi gebucht. Gestern war also mein erster richtiger Tag in Thailand. Das Wetter war leider sehr schlecht, da es viel geregnet hat, aber Heute ist es umso besser! Bis jetzt kann ich sagen, dass Thailand einfach mal komplett anders ist als Indien. Es wirkt alles viel sauberer, ordentlicher, weniger ueberfuellt und einfach viel westlicher. Es gibt normale Geschaefte und Supermaerkte. Sowas findet man in Indien nicht an jeder Ecke! Ich habe mir also erstmal einen Bikini besorgt, damit ich bald an den Strand gehen kann. Die Besitzer von meinem Hostel sind sehr nett. Die haben mich mit zu einem Markt genommen und mir hier alles gezeigt. Ich habe meine ersten gebratenen Insekten gesehen, aber schoen die Finger davon gelassen. Das Essen ist auch sehr lecker und ich kann nun endlich wieder Fleisch und Fisch essen. Heute werde ich noch weiterziehen. Es geht nach Ko Lanta an den Strand. Ich freu mich schon sehr und bin gespannt, was ich alles entdecken und erleben werde!

Hier in Thailand kann mich wohl nichts mehr schocken, da ich in Indien alles moegliche bzw. unmoegliche gesehen habe. Aber ich bin so froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und es ist einfach erstaunlich zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen auf der Erde leben. Thailand fuehlt sich bis jetzt mehr wie Urlaub an. Indien war kein Urlaub. Da ging es mehr um die Erfahrungen und davon habe ich dort sehr viele gemacht!

McLeod Ganj

Mittwoch, 26.10.2011

Am Samstag habe ich mich doch wieder in einen Bus gewagt, um nach McLeod Ganj zu kommen. Die Fahrt war aber viel besser, da ich einen semisleeper Volvo Bus genommen habe. McLeod Ganj liegt auf einer Hoehe von ca. 2000m. Hier lebt der derzeitige Dalai Lama und ich hatte das Glueck, dass er gerade auch vor Ort war. Er hat die Tage Vortraege gehalten und ich habe mir das an einem Tag angeschaut. Ich finde es sehr interessant nochmal eine ganz andere Seite von Indien zu erleben. Ich vergesse hier fast, dass ich in Indien bin, da hier hauptsaechlich Tibeter leben. Es herrscht ein sehr grosser Unterschied zwischen Indern und Tibetern. Auch die Temperatur ist komplett anders. Ich friere hier bestimmt genau so sehr, wie ihr in Deutschland. Ansonsten ist die Landschaft wunderschoen, es ist alles einfach viel ruhiger und entspannter. So viel mag ich gerade aber nicht drueber schreiben...

Die Zeit in Indien ist nun so gut wie vorbei. Oft hoere ich die Frage, wie mir Indien gefaellt. Es ist eine so schwere Frage. Indien ist ein Land mit so vielen verschiedenen Seiten. Es hat Seiten die wunderschoen sind und die ich einfach nur genossen habe. Aber genau so hat Indien auch Seiten, die mich nerven und die ich einfach nicht mag. Aber auch diese Seiten bringen einen weiter und haben einen Sinn. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe nach Indien zu kommen. Es ist ein Land, das einem ganz neue Seiten an einem selbst zeigen kann und einem auch Grenzen zeigt, die man so in Deutschland gar nicht erfahren kann. Ich weiss nun so einiges mehr zu schaetzen und habe hier einfach erfahren, womit ich leben kann und womit nicht. Es ist interessant zu sehen, dass es Menschen gibt, die einfach ein komplett anderes Leben fuehren und das koennen wir uns in Deutschland gar nicht so vorstellen. Mir faellt es immer wieder schwer so etwas hier im Blog aufzuschreiben, da ich das Gefuehl habe, dass man so etwas nicht in Worte fassen kann. Man muss mal hier gewesen sein und es miterlebt haben. Ich wollte nach Indien kommen, um zu sehen, wie anders Menschen auf der Erde leben und das habe ich gesehen. Ich war ueberrascht, dass ich mit einigen Dingen, wie zB der Armut sehr gut umgehen konnte. Aber ich war auch sehr ueberrascht, wie schnell mir hier einiges zu viel werden kann. Ich kann einfach nicht mehr durch die Strassen in den Grossstaedten gehen. Ich kann es nicht ab wenn ich dort langgehe, immer angesprochen werde, fast umgefahren werde, immer aufpassen muss wo ich hingehe und die Lautstaerke ertragen muss. Ich fuehle mich einfach teilweise in meiner Freiheit eingeschraenkt. Das war eine ganz neue Erfahrung fuer mich. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein starkes Gefuehl von Freiheit, wenn man mit seinem Rucksack im Bus oder in der Bahn sitzt und mal eben an einen ganz neuen Ort faehrt und alle Entscheidungen selbst treffen kann. Indien ist ein Land der Gegensaetze und ich habe das Gefuehl, dass hier einfach alles moeglich ist. Egal, ob man nun einiges liebt und einiges hasst. Es war eine Erfahrung fuer mich, die ich unheimlich zu schaetzen weiss! Nun bin ich sehr gespannt auf Thailand!

Tschuess Indien!

Jaisalmer - ein Kamelritt durch die Wueste

Donnerstag, 20.10.2011

Am 13. ging es mit dem Bus von Udaipur nach Jaisalmer. Mir ging es zu der Zeit wieder richtig gut und ich hatte voll Lust auf Jaisalmer und die Kamelsafari. Mit dem Zug habe ich schon die eine oder andere Nachtfahrt hinter mir und das war nie ein Problem. Diese Fahrt war also meine erste Nachtfahrt mit dem Bus und es war auch die letzte Nachtfahrt mit dem Bus! Man liegt gemeinsam mit seinem Rucksack auf einem schmalen "Bett". Dieses "Bett" ist eine einfache Liege und hat eine Glasscheibe auf der Seite zum Gang. Alles schoen und gut. Das Problem beginnt erst, wenn der Bus losfaehrt. Ich weiss nun wirklich nicht, ob es an der Strasse, dem Bus oder beidem lag, aber das hat gewackelt... das koennt ihr euch nicht vorstellen. Ich lag also da auf meiner Liege und konnte mich nichtmal hinsetzen, weil ich sofort umgefallen waer. Schlafen ging leider auch nicht, da es einfach alles gewackelt hat und ich alle 10 Minuten oder so gefuehlte 10cm in die Luft geflogen bin. Sobald ich wieder auf die Liege aufkam roch ich die riesen Staubwolke, die aus der Liege aufwirbelte. Sofort musste ich das Fenster aufreissen. Das wurde dann allerdings nach einiger Zeit ziemlich kalt. So habe ich also die 11 Stunden Busfahrt damit verbracht in die Luft zu fliegen, das Fenster aufzureissen und es wieder zu schliessen, damit ich dann wieder von vorne beginnen konnte. Mit Rueckenschmerzen und schwarzem Dreck am ganzen Koerper kam ich dann in Jaisalmer an. Auf der Busfahrt hab ich noch einige Leute getroffen und wir sind dann alle gemeinsam in ein schoenes Hostel gezogen. Mir gefaellt Jaisalmer sehr gut. Es sieht sehr huebsch aus, es ist etwas ruhiger und es herrschte einfach eine sehr nette Atmosphaere.

Am Samstag ging es dann am Morgen mit dem Jeep Richtung Wueste Thar. Unsere Truppe bestand aus Daniel, zwei Italienern, einem Maedel aus Israel, mir und drei indischen Begleitern. Ein wenig aufgeregt wurde ich ja schon, als ich mich dann aufs Kamel setzen sollte. Gut festhalten, wenn das Kamel aufsteht! Am Anfang der Tour taten mir die Beine und der Hintern recht schnell weh. Also bequem ist ein Kamel nicht, aber man gewoehnt sich mit der Zeit dran und dann ist die Sache doch sehr schoen. So ging es also einige Stunden durch die Wueste bis es gegen 12 Uhr zu heiss wurde und wir die Mittagshitze lieber im Schatten verbracht haben. Die Wueste besteht nicht nur aus Sand. Wir sind hauptsaechlich durch eher lehmige Boden und auch gruen bewachsende Gebiete geritten. Erst am Abend kamen wir zu den Sandduenen. Die waren dann aber auch richtig schoen. Wir sassen dann alle erschoepft, aber zufrieden auf einer Duene, haben Chai getrunken und den Sonnenuntergang beobachtet. Die Nacht fand ich persoenlich unglaublich schoen! Ich lag auf meiner Liege, eingekuschelt in eine dicke Decke und habe den Himmel angeschaut. So viele Sterne habe ich zuvor noch nie gesehen. Wunderschoen! Am Horizont sah ich ein helles Licht. Zunaechst dachte ich, dass das vielleicht von einer Stadt oder so kommt. Aber dann ging dort der Mond auf. Unbeschreiblich. Du liegst nun da und hast diesen Sternenhimmel ueber dir und dann geht noch der Mond auf und der Mond ist so riesig und hell... Solche Momente kann man nicht auf Bildern festhalten. Diese Momente sind ganz besonders und die erlebt man und behaelt sie in Erinnerung. Am naechsten Morgen erwachte ich puenktlich zum Sonnenaufgang. Mir wurde Chai gebracht und es war wieder alles so unglaublich schoen. Total durchgefroren sass ich unter meiner Decke, habe Chai getrunken und den Sonnenaufgang beobachtet. Ach ja.... das war schon sehr schoen alles! Nur der Hintern tat uns alles doch sehr weh. Also sind zwei aus unser Gruppe zu Fuss gegangen. Ich habe mich wieder aufs Kamel gestzt. Zunaechst ging das gut, aber nach einigen Stunden merkte auch ich, dass der Koerper doch sehr schmerzte. Wir waren alle recht gluecklich, als wir dann am Rastplatz ankamen, nochmal gemeinsam essen konnten und dann mit dem Jeep abgeholt wurden. Ich bin so froh, dass ich diese Kamelsafari gemacht habe und finde, dass das eine der schoensten Sachen war, die ich hier gemacht habe.

Am Montag ging es mit dem Nachtzug nach Delhi. Gestern habe ich mein Visum fuer Thailand beantragt. Ich hoffe es geht alles gut und ich halte es dann am Freitag in meinen Haenden. Morgen in einer Woche geht mein Flug nach Thailand. Das Ende von meiner Zeit in Indien rueckt also naeher und auch die Haelfte von der kompletten Reise ist bald erreicht.

Udaipur - ein Geben und Nehmen

Donnerstag, 13.10.2011

Dieses Land kann geben, aber es nimmt auch. Zu Anfang meiner Reise hat es mir sehr viel gegeben. Die ganzen neuen Eindruecke... man ist richtig ueberwaeltigt! Doch wie ihr an meinem letzten Beitrag erkennen konntet, war ich etwas fertig. Dieses Land kann auch einfach Energie entziehen, gerade weil es so anders ist. Man muss sich auf einen ganz anderen Standard einstellen und auf ganz neue unterschiedliche Menschen. Ich habe das Gefuehl gehabt, dass Indien mehr genommen hat, als es mir gegeben hat. Nicht zu Anfang der Reise! Das begann in Jaipur. Die Stimmung fiel von ganz oben nach ganz unten. Meine Hoffnung war Pushkar. Viele Leute haben und dieses Ort empfohlen. Doch leider kam die erhoffte Energie nicht zurueck. Ich hatte oft das Gefuehl, dass ich keine Lust und Energie habe, um viel herum zu laufen. Es ist ein netter Ort, der mir aber in dem Moment leider nicht das gegeben hat, was ich brauchte. Nun ging es am Samstag nach Udaipur. Udaipur wurde als eine sehr schoene und romantische Stadt bezeichnet. Auch als Venedig des Ostens. Bekannt ist sie fuer den James Bond Film "Octopussy". Meine Stimmung hat sich hier verbessert, da es mir gesundheitlich deutlich besser ging und so langsam die Reiselust kam. Als "Hoch" wuerde ich es trotzdem nicht bezeichnen. In Udaipur befindet sich der Lake Pichola. Besonders von den vielen rooftop restaurants hat man eine sehr schoene Aussicht ueber die Stadt. Kommt man jedoch naeher an den See heran, faellt der ganze Muell (Plastik) auf, der im See herumschwimmt. Schade! Das ist mir leider schon sehr oft aufgefallen. Der schoenen Natur wird einfach etwas genommen, wenn dort der ganze Muell herumliegt. So haben wir nun einige Tage in Udaipur verbracht, ohne das etwas spannendes passiert ist. Gestern war jedoch ein ganz besonderer Abend, der mir wieder etwas gegeben hat. Alex und ich sassen am Nachmittag in einem Restaurant bei leckerem Gemuese-Curry. Dort trafen wir einen Mann aus Deutschland, der zeitweise als Reisefuehrer in Indien unterwegs ist und gerade auf der Suche nach einer neuen Route ist. Nach einem netten Gespraech wurden Nummern ausgetauscht. Am spaeten Nachmittag folgte dann ein spontaner Anruf und los ging es mit ihm. Zunaechst fuhren wir in eine Kunstschule fuer Miniature Painting in Udaipur. Ein sehr netter Inder empfing uns dort und wir konnten zwei Kuenstlern beim Zeichnen zuschauen. Auf vielen Bildern wurden die drei Tiere Elefant, Pferd und Kamel abgebildet. Er erklaerte uns, dass der Elefant ein Symbol fuer Jaipur ist und fuer Wohlstand steht. Das Pferd ist ein Symbol fuer Udaipur und steht fuer Kraft. Das Kamel ist ein Symbol fuer Jaisalmer und steht fuer die Liebe. Danach ging es mit zwei Indern raus in ein etwas abgelegenes Dorf, wo wir erneut in eine Kunstschule fuer Miniature Painting gingen. Wundervoll dieser Ort. Es war so still und gruen und dunkel. Man hatte ausserdem eine wundervolle Aussicht ueber den Pichola, Udaipur mit seinen Lichtern und den Mond. Das sind ganz besondere Momente, in denen Indien einem wieder Energie gibt und sich von seiner schoenen Seite zeigt. Auf dem Rueckweg machten wir am Shiva Tempel halt. Man zieht die Schuhe aus und naehert sich dem Tempel. Aus der Entfernung hoert man schon den Gesang von einigen Frauen. Man geht vorsichtig in den Tempel hinein. Ueber einem fliegen einige Fledermaeuse umher. Sechs Frauen sitzen auf dem Boden in ihren farbigen Saris und singen. Wir wurden freundlich angelaechelt und sollten uns zu ihnen setzen. Das war ein ganz besonderer Moment fuer mich, da ich vorher noch nie so in einem Tempel war und diesen Gesang gehoert habe. Ich weiss nicht warum, aber ich sass dort neben den Frauen und hatte Traenen in den Augen. Dieser Abend hat mir so viel gegeben und irgendwas in mir geloest. Heute geht es weiter nach Jaisalmer und ich bin sehr gespannt, was mich dort erwartet.

Nach jedem Tief kommt wieder ein Hoch!

Donnerstag, 06.10.2011

Am Sonntag ging es weiter nach Pushkar. Pushkar ist ein netter Ort mit See. Hier wollen wir alle wieder etwas Energie tanken. Die letzte Woche sind wir doch sehr viel gereist und nun wird hier etwas geruht. So richtig zur Ruhe kommt man hier trotzdem leider nicht. Ich merke doch eine leichte Veränderung. Zu Beginn der Reise war alles so aufregend und neu und ich war total begeistert. Doch nun strengen einige Dinge doch etwas an. Mich persönlich stören die Motorroller mit ihrem ständigen Gehupe! Man geht in einer schmalen Gasse, muss an Kühen vorbei, von hinten und von vorne kommen die Roller angefahren und hupen, die Kuh meint plötzlich ihr Geschäft machen zu müssen und man ist froh, wenn man nicht direkt hinter ihr stand, aus der Seite vom Haus kommt plötzlich Wasser rausgespritzt und man vermutet, dass das die Toilettenspülung war, es geht weiter an den vielen Ständen vorbei, wo Inder versuchen ihre Ware zu verkaufen. Sie sprechen dich durchgehend an "Hello madam, where are you going? Where are you from? what's your name? do you want a bag? Very cheap!". Man will sich EINE Banane kaufen. Der Verkäufer versteht einfach nicht was du von ihm willst. Will dir die ganze Zeit 20 Bananen andrehen. Du fragst wieder, was nur EINE Banane kostet und zeigst auf eine. Doch er nennt nur wieder den Preis für 20 Bananen. Und irgendwie fragt man sich dann manchmal "warum ist hier alles so kompliziert?". Indien hat auch sehr viele wunderschöne Seiten, wie ihr an den Bildern sehen könnt. Es ist einfach alles ganz anders als in Deutschland. Natürlich ist es ja gerade das, was ich sehen wollte. Etwas ganz anderes, was ich noch nicht kannte. Aber nun nach über 3 Wochen denke ich mir das erste mal, dass eine kleine Pause auch nett wär. Irgendwie ein komisches Gefühl. Auf der einen Seite hat man total viel Lust noch viele weitere Orte von Indien zu entdecken und man ist begeistert. Aber auf der anderen Seite habe ich gerade einen Punkt erreicht, an dem ich sage, dass eine Pause gut tun würde. Ich denke aber, dass das irgendwo auch normal ist und nicht immer alles super sein kann. Mein Magen spielt leider auch nicht mehr so perfekt mit wie zu Anfang und so kommt alles zusammen. Daniel ist wieder dabei. Ganz sicher sind wir uns aber noch nicht, wann es weiter nach Udaipur geht. 

             

incredible Taj Mahal

Freitag, 30.09.2011

"incredible" ist das richtige Wort, wenn man versuchen will Indien zu beschreiben. Indien ist in allen Bereichen extrem. es ist extrem laut, es ist extrem schmutzig, das Essen ist extrem wuerzig, die suessen Speisen sind extrem suess, es gibt extrem viele Tiere, extrem viele Menschen, man wird extrem viel angesprochen, aber es ist auch extrem schoen und extrem spannend und extrem anders. Genau so extrem habe ich auch das Taj Mahal empfunden! Extrem frueh haben Alex und ich uns auf den Weg gemacht, um das Taj Mahal bei Sonnenaufgang sehen zu koennen. Der Kartenverkauf wollte jedoch keine Minute vor 5:45 oeffnen und so wurde ganz vorne in der Schlange gewartet. Wir auslaendischen Besucher zahlen 750 RS und die indischen Besucher zahlen nur 20 RS! Schon fies sowas zu wissen, aber was soll man machen... Leicht genervt war ich ja schon, dass wir so lange warten mussten und die dann nicht mal 50RS wechseln konnten. Das ist auch so eine Art der Inder... hier gibt keiner gerne Wechselgeld raus. Da der Geldautomat leider nur 500RS Scheine rausgibt hat man doch oefters mal ein kleines Problem. Als wir dann unsere Karten hatten hiess es nochmal anstellen und warten. Keine Sekunde vor 6 Uhr wurde das Tor geoeffnet. Dann die Sicherheitskontrolle... Der Aerger ist jedoch sofort vergessen, wenn man dann endlich auf das Taj Mahal schaut! Ich konnte gar nicht glauben, dass ich direkt davor stehe. Wie auf einer Leinwand...so perfekt und wunderschoen steht es vor einem.

Daniel konnte leider nicht mitkommen, da er die Zeit im Krankenhaus verbracht hat. Alex und ich sind nun erstmal alleine weiter nach Jaipur gefahren. Wir werden Daniel aber demnaechst treffen, wenn er wieder gesund ist. Jaipur ist einfach nur eine Stadt und hat nicht so viel zu bieten. Mir war ist dort zu voll und laut. Aber ca. 10km von Jaipur entfernt liegt Amber. Dort sind Alex und ich hingefahren, um uns das Fort anzuschauen. Besonders der Spiegel-Palast ist sehr schoen.

                          

Delhi-Varanasi-Agra

Mittwoch, 28.09.2011

Ich sollte doch oefters in den Blog schreiben. Ich weiss gerade gar nicht, wo ich mit dem Erzaehlen beginnen soll. Also ganz von Anfang...

Nach dem letzten Eintrag wollten wir uns auf den Weg machen, um Babetts indische Familie in Delhi zu besuchen. Von unserem Hostel ging es raus auf die Main Bazar Rd. Kaum zu glauben, aber es stehen zwei bemalte Elefanten am Strassenrand. Ich habe mich unglaublich gefreut meine ersten Elefanten in Indien zu sehen und sie anzufassen! So schoene grosse Tiere. Nach langem Anschauen und so weiter ging es dann aber los mit der Auto Rikscha zu Ajai und Vijai. Es sind zwei so unglaublich liebe Menschen und es war toll mal in ein richtiges indisches zu Hause reinschauen zu duerfen. Danke Babett! Auf dem Rueckweg sind wir noch am India Gate und am Lotus Tempel vorbei gefahren. Die Nacht haben wir im Nachtzug verbracht. Am Anfang war ich zwar etwas skeptisch, da alles ungewohnt eng und voll war. Aber die Fahrt war doch sehr lustig, besonders durch unsere zwei Sitznachbarn aus Kolumbien, einer niedlichen Inderin und einem Inder, der etwas zu interessiert war, all unsere Sachen anschaute und am Ende gar nicht mehr gehen wollte. Bevor ich nach Indien gekommen bin, habe ich oft gelesen und gehoert, dass die Inder sehr viel anstarren. Mir ist das bis jetzt nicht aufgefallen. Ausser der eine Inder aus dem Zug. Da ich aber mit mehreren Leuten unterwegs bin macht mir das nichts aus. Sehr viele Inder sind aber extrem freundlich! Nach meiner ersten Nacht im Nachtzug, in der ich ueberraschend gut geschlafen habe, hielt der Zug um 8 Uhr frueh in Varanasi.

Varanasi gilt als eine der heiligsten Staedte des Hinduismus. Besonders erstrebenswert ist es fuer viele Hindus in Varanasi zu sterben und verbrannt zu werden, da sie so aus dem Kreislauf der Wiedergeburt befreit werden. Die Leichen werden auf oeffentlichen Plaetzen verbrannt und die Asche wird anschliessend im Ganges verstreut. Ich habe mich doch etwas erschrocken, als ich zu so einem Platz kam und meine erste Leiche sah, wie sie zunaechst mit Wasser aus dem Ganges gebadet wurde und anschliessend verbrannt wurde. In Varanasi gibt es sehr viele Ghats. Das sind stufenartige Uferbesteigungen. An diesen baden die Hindus im Ganges, da ein Bad im Ganges von Suenden reinigt. Pro Jahr werden ca. 30000 Menschen in Varanasi verbrannt und in den Ganges gestreut. Unglaublich, wieviele das am Tag sind. Den ganzen Tag maschieren immer wieder Hindus vorbei, die eine beschmueckte Leiche auf einer Trage Richtung Ganges tragen. Ich finde es sehr bemerkenswert, wie die Menschen hier mit dem Tod umgehen. Varanasi ist ein ganz besonderer Ort, in dem man einen ganz neuen Einblick in den Glauben der Hindus gelangt. Die Stadt Varanasi ist als solche nicht besonders schoen. Sehr viel Muell, sehr voll und laut. Aber sobald man an den Ganges kommt veraendert sich alles. Es ist schwer, sowas in Worte zu fassen. Man muss es gesehen und erlebt haben. Weiterhin ist Varanasi fuer seine Seide bekannt. Den Nachmittag haben wir damit verbracht, zuzuschauen, wie Stoffe per Hand hergestellt werden. Sehr beeindruckend. Anschliessend wurden wir in den Hauptsitz gefuehrt, wo wir sehr freundlich empfangen wurden. Weisse Menschen haben viel Geld... man fuehlt sich wie eine kleine Prinzessin. Man sitzt Barfuss auf weichem Boden und trinkt mit einem sehr netten Inder Chai. Anschliessend werden einem verschiedene Stoffe gezeigt. Schon ein starker Gegensatz. Man vergisst dort doch sehr schnell, was man kurz zuvor gesehen hat. Die Stoffe waren so wunderschoen! Da kann man kaum wiederstehen bzw. man kann es nicht. Ich habe die gleiche Menge Geld dort gelassen, die ich eigentlich fuer eine Woche Indien mit allem drum und dran ausgebe. Zum Glueck kann man mit Karte zahlen, da merkt man den Verlust nicht so schnell. Am naechsten Morgen ging es um 5:30 auf zu einer Bootfahrt auf dem Ganges, um die Stadt bei Sonnenaufgang sehen zu koennen. Das war so schoen, aber auch wieder ein Blick, den man auf Fotos nicht wirklich festhalten kann. Am Nachmittag habe ich dann den weltbesten Lassi getrunken. Unglaublich lecker. Auch der Chai schmeckt hier so gut. Da wird man schnell suechtig von :)

 

Nach zwei Tagen Varanasi ging es gestern Abend dann wieder mit dem Nachtzug weiter nach Agra. Heute frueh kam der Zug um 6 Uhr an. Schon von der Rikscha aus konnte ich einen ersten kleinen Blick auf das Taj Mahal werfen. Im Hostel ging es dann auf das Dach. Wow, ich haette nicht gedacht, dass das Taj Mahal so ueberwaeltigend ist und das aus der Entfernung! Ich bin sehr gespannt auf Morgen frueh, wenn es bei Sonnenaufgang direkt zum Taj Mahal geht. Mein erstes Kamel ist mir hier in Agra auch schon ueber den Weg gelaufen.

Delhi

Samstag, 24.09.2011

Die letzten Tage ist eher weniger passiert. Von Rishikesh ging es am Mittwoch nach Haridwar. Dort gab es nicht besonders viel zu sehen. Hier einige Eindruecke:

 Bluetenschiffchen

Ein Tag geht auch immer sehr schnell durchs Reisen verloren. Am Freitag hat der Wecker um 4:15 geklingelt. Nach einer eiskalten Dusche war ich einigermassen wach und im Dunkeln ging es Richtung Bahnhof Haridwar. Von dort aus mit dem Zug nach Neu Delhi. Den Tag habe ich damit verbracht Kleinigkeiten zu erledigen. Abends ging es dann zum Flughafen, um Alex abzuholen. Nun geht es zu dritt weiter durch Indien.

Heute ging es nach Alt Delhi, um das Red Fort anzuschauen. Ausserdem haben wir Heute Plaene fuer die Weiterreise geschmiedet. Der eigentliche Plan war als naechstes nach Agra zu fahren. Nun haben wir uns aber doch noch umentschieden und einen Nachtzug fuer Morgen Abend nach Varanasi gebucht. Nach Varanasi geht es dann aber nach Agra. Ich freu mich jedes mal riesig, wenn es "Weiterreise" heisst. Es ist doch irgendwie ein tolles Gefuehl nur mit seinem Rucksack im Zug zu sitzen waehrend der Fahrtwind einem ins Gesicht weht.

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